Anfangskapital
Deine Starteinlage — der Samen. Mehr Anfangskapital bedeutet mehr Zinsen pro Periode, aber das Kapital ist weniger wichtig, als du denkst. Zeit und Zinssatz dominieren über Jahrzehnte.
Du willst wissen, wie sich 10.000 € Tagesgeld bei 3% in 10 Jahren entwickeln? Oder was ein ETF-Sparplan von 200 € monatlich bei 7% nach 25 Jahren wert ist? Dieser kostenlose Zinseszinsrechner löst die drei häufigsten Fragen: Endkapital, Wachstum mit monatlichem Sparplan und Laufzeit bis zum Sparziel — immer mit Formel und Rechenweg, damit du den Zinseszinseffekt wirklich verstehst.
Zinseszins ist der Zins, der nicht nur auf das Anfangskapital, sondern auch auf bereits erwirtschaftete Zinsen berechnet wird. Anders als bei einfachen Zinsen — die nur auf den Startbetrag gezahlt werden — verdienen sich Zinsen durch Zinsen, was zu exponentiellem Wachstum führt. Das ist das Prinzip hinter ETF-Sparplänen, der Riester-Rente und Festgeld mit Zinsthesaurierung.
Vier Faktoren bestimmen, wie stark dein Geld wachsen wird. Wer jeden versteht, kann alle vier optimieren.
Deine Starteinlage — der Samen. Mehr Anfangskapital bedeutet mehr Zinsen pro Periode, aber das Kapital ist weniger wichtig, als du denkst. Zeit und Zinssatz dominieren über Jahrzehnte.
Die jährliche Rendite. Tagesgeld bringt 2-3,5%, Festgeld 2,5-4%, MSCI-World-ETFs ~6-8% nominal im historischen Schnitt. Höherer Satz = exponentiell mehr Wachstum, besonders langfristig.
Die mächtigste Variable. Zinseszins ist nicht linear: Verdoppelte Zeit bringt mehr als doppelte Rendite. Mit 25 statt 35 zu starten kann am Ende 2-3× mehr Geld bedeuten — bei identischen Einzahlungen.
Wie oft Zinsen dem Kapital zugeschlagen werden. Täglich schlägt monatlich schlägt jährlich, aber der Mehrwert sinkt schnell. Der Unterschied zwischen monatlich und täglich ist meist unter 0,05% effektiv.
So entwickeln sich dieselben 10.000 € zu 10% jährlich über 5 Jahre je nach Zinsperiode. Die Gewinne werden kleiner — der Sprung von jährlich zu monatlich ist groß, von monatlich zu täglich kaum spürbar.
| Zinsperiode | Perioden / Jahr | Endkapital | Erwirtschaftete Zinsen | Effektivzins |
|---|---|---|---|---|
| Jährlich | 1 | 16.105 € | 6.105 € | 10,000% |
| Halbjährlich | 2 | 16.289 € | 6.289 € | 10,250% |
| Vierteljährlich | 4 | 16.386 € | 6.386 € | 10,381% |
| Monatlich | 12 | 16.453 € | 6.453 € | 10,471% |
| Täglich | 365 | 16.486 € | 6.486 € | 10,516% |
| Kontinuierlich | ∞ | 16.487 € | 6.487 € | 10,517% |
Drei Formeln decken praktisch alle Zinseszins-Szenarien ab. Die erste reicht für die meisten Fälle; die anderen zwei für Spezialfälle.
K Endkapital (was du haben wirst)K₀ Anfangskapitalp Jahreszinssatz (dezimal: 0,07 für 7%)n Verzinsungen pro Jahr (12 für monatlich)t Laufzeit in JahrenBeispiel: 10.000 € zu 7% monatlich verzinst über 30 Jahre → K = 10.000 × (1 + 0,07/12)^(12×30) = 81.164,97 €
R Sparrate pro Periode (z.B. 200 €/Monat)Wird bei regelmäßigem Sparen verwendet — wie beim ETF-Sparplan oder Riester. Der R-Term ist der Endwert einer nachschüssigen Rente, addiert zum Wachstum des Kapitals.
e Eulersche Zahl ≈ 2,71828Theoretisches Maximum. Mit unendlicher Zinsperiode konvergiert es zu diesem Grenzwert. Wird in der Finanzmathematik zur Optionsbewertung verwendet — kaum ein Endkundenprodukt verzinst stetig.
Wandelt den nominalen Zinssatz in den effektiven Jahreszinssatz um, nachdem die Verzinsungsperiode berücksichtigt wurde. Banken müssen den Effektivzins gemäß PAngV ausweisen.
Einfache Zinsen lassen dein Geld linear wachsen, Zinseszins lässt es exponentiell wachsen. Die Tabelle zeigt, was aus 10.000 € zu 8% über 30 Jahre wird — bei beiden.
Zinsen werden nur auf das Anfangskapital berechnet — nie auf bereits verdiente Zinsen. Wird bei einigen Kurzzeitkrediten und manchen Anleihen verwendet.
Zinsen verdienen Zinsen. Jede Periode kommen erwirtschaftete Zinsen zum Kapital und beginnen, eigene Zinsen zu generieren. Die Basis fast aller Geldanlagen.
| Jahre | Einfache Zinsen | Zinseszins | Differenz |
|---|---|---|---|
| 1 | 10.800 € | 10.830 € | +30 € |
| 5 | 14.000 € | 14.898 € | +898 € |
| 10 | 18.000 € | 22.196 € | +4.196 € |
| 15 | 22.000 € | 33.069 € | +11.069 € |
| 20 | 26.000 € | 49.268 € | +23.268 € |
| 25 | 30.000 € | 73.402 € | +43.402 € |
| 30 | 34.000 € | 109.357 € | +75.357 € |
Die 72er-Regel ist eine Kopfrechen-Abkürzung: Teile 72 durch deine jährliche Rendite und du erhältst grob die Jahre bis zur Verdopplung. Sie ist erstaunlich genau zwischen 4% und 12%. 10.000 € verdoppeln? Bei 6% ~12 Jahre. Bei 8% ~9 Jahre. Bei 12% ~6 Jahre.
| Jährliche Rendite | Schätzung 72er-Regel | Tatsächliche Jahre | Differenz |
|---|---|---|---|
| 2% | 36,0 Jahre | 35,0 Jahre | +1,0 J |
| 4% | 18,0 Jahre | 17,7 Jahre | +0,3 J |
| 6% | 12,0 Jahre | 11,9 Jahre | +0,1 J |
| 8% | 9,0 Jahre | 9,0 Jahre | 0,0 J |
| 10% | 7,2 Jahre | 7,3 Jahre | −0,1 J |
| 12% | 6,0 Jahre | 6,1 Jahre | −0,1 J |
| 15% | 4,8 Jahre | 5,0 Jahre | −0,2 J |
Nominalzins und Effektivzins beschreiben beide Zinssätze, messen aber Unterschiedliches. Banken sind in Deutschland gesetzlich verpflichtet, den Effektivzins anzugeben. Den Unterschied zu kennen kann hunderte Euro sparen.
Der einfache Jahreszinssatz vor Berücksichtigung der Verzinsungsperiode. Spiegelt nicht wider, was du wirklich zahlst (Kredit) oder bekommst (Geldanlage). Der 'Listenpreis' des Zinses.
Der tatsächliche Jahreszinssatz inklusive Verzinsungsperiode und Gebühren. Was du wirklich zahlst oder bekommst. Gesetzlich vorgeschrieben gem. PAngV.
| Nominalzins | Effektivzins (monatlich) | Effektivzins (täglich) | Differenz |
|---|---|---|---|
| 1,00% | 1,005% | 1,005% | ≈ 0,005% |
| 3,00% | 3,042% | 3,046% | +0,046% |
| 4,00% | 4,074% | 4,081% | +0,081% |
| 8,00% | 8,300% | 8,328% | +0,328% |
| 12,00% | 12,683% | 12,747% | +0,747% |
Sarah und Markus. Sarah beginnt mit 25 zu sparen; Markus wartet bis 35. Beide zahlen 500 €/Monat zu 8% Rendite bis 65. Sieh dir an, was passiert — Sarah zahlt deutlich weniger ein, hat aber am Ende deutlich mehr, weil ihr Geld 10 zusätzliche Jahre Zinseszins-Zeit hat.
25 → 65 Jahre (40 Jahre)
35 → 65 Jahre (30 Jahre)
Zinseszins ist nicht nur Theorie — er steckt hinter fast allen großen Finanzentscheidungen. Hier triffst du ihn im Alltag.
Ein MSCI-World-Sparplan ist Deutschlands beliebtester Vermögensaufbau. 200 €/Monat von 25 bis 65 bei 7% = ~525.000 €. Tax: 25% Abgeltungsteuer auf Gewinne, mit 1.000 € Freibetrag pro Person.
Zinseszins arbeitet bei Schulden gegen dich. Ein Baudarlehen über 300.000 € auf 25 Jahre zu 3,8% kostet 477.000 € total (177.000 € Zinsen). Sondertilgungen in den ersten Jahren reduzieren die Gesamtkosten erheblich.
Der gefährlichste Zinseszins. Dispokredite (10-14%) und Kreditkartenkredite (15-20%) verzinsen monatlich. 3.000 € im Dispo zu 12% jahrelang kostet schnell 500 €+ Zinsen pro Jahr. Sofort umfinanzieren!
Staatlich geförderte Altersvorsorge kombiniert Zinseszins mit Zulagen. Riester bringt jährlich 175 € Grundzulage plus 300 € pro Kind. Über 40 Jahre mit Verzinsung wird das zu einem signifikanten Vermögen.
Selbst 50 €/Monat ab 22 schlagen 200 €/Monat ab 35. Die exponentielle Natur des Zinseszins bedeutet, dass das erste Jahrzehnt mehr zählt als das letzte. Junior-Depots für Kinder geben ihnen 50+ Jahre Zinseszins-Zeit.
Richte automatische monatliche Überweisungen ein und stoppe sie nicht bei Kurseinbrüchen. Niedrige Preise sind genau, wann der DCA-Effekt (Cost Averaging) Mehrrendite bringt. Aussetzen in Bärenmärkten ist Hauptgrund für Underperformance.
Wähle thesaurierende ETFs (acc) statt ausschüttende (dist). Über 30+ Jahre haben reinvestierte Dividenden 40-50% der Gesamtrendite ausgemacht. Dividenden auszahlen lassen reduziert das Endkapital drastisch.
Steuern fressen Zinseszins. 7% nominal werden zu ~5% nach Abgeltungsteuer im Depot. Riester/Rürup-Beiträge sind voll absetzbar (bis 25.787 € pro Jahr 2024), die Erträge wachsen steuerfrei bis zur Auszahlung.
Eine TER (Total Expense Ratio) von 1% klingt klein, kostet aber über 40 Jahre 25-30% des Endkapitals. ETFs (TER 0,03-0,30%) sind aktiv gemanagten Fonds (1,5-2%) klar überlegen. Gebühren verzinsen sich gegen dich genauso wie Zinsen für dich.
Der größte Fehler. 5 Jahre zu warten, um 500 €/Monat zu sparen statt sofort 200 €/Monat — du verlierst 5 Jahre Zinseszins-Zeit auf alles, was du hättest einzahlen können. Diese Zeit kannst du nie zurückholen.
Vorzeitige Kündigung der Riester-Rente bedeutet Rückzahlung aller Zulagen und Steuervorteile plus Verlust der weiteren Verzinsung. Lieber beitragsfrei stellen oder zu einem günstigeren Anbieter (z.B. Fairr/ETF-Riester) wechseln.
Mit 7% in einen ETF zu investieren und gleichzeitig 12% Dispo zu zahlen heißt: 5% pro Jahr verlieren. Tilge Schulden über 6-7% zuerst, bevor du sparst. Ausnahme: Niemals den Arbeitgeberzuschuss zur bAV verfallen lassen.
Inflation verzinst sich gegen dich. Ein 'sicheres' Tagesgeld zu 3% schlägt 2% Inflation nur knapp — deine reale Rendite ist 1%. Um Kaufkraft zu erhalten, brauchst du Anlagen, die historisch deutlich über der Inflation liegen (Aktien-ETFs, Immobilien).
Nur die 10 besten DAX-Tage in 20 Jahren zu verpassen halbiert deine Rendite ungefähr. Die besten Tage liegen oft nahe der schlechtesten — in einem Crash verkaufen heißt meist, die Erholung zu verpassen. Bleibe investiert.
EK = K₀(1 + p/12)^(12t) + R × [(1 + p/12)^(12t) − 1] / (p/12). Der erste Term ist der Endwert des Anfangskapitals, der zweite der Endwert des Sparplans. R ist die monatliche Rate, p der Jahreszinssatz als Dezimal, t die Laufzeit in Jahren.
10.000 € zu 7% monatlich verzinst über 20 Jahre werden zu 40.387 €. Bei 8% zu 49.268 €. Bei 5% zu 27.000 €. Dieselben 10.000 € mit 200 €/Monat Sparplan dazu bei 7% wachsen auf 144.786 € in 20 Jahren.
Ja — und brutal. Kreditkarten verzinsen monatlich, ein nominaler 18% wird zu 19,56% effektiv. 3.000 € Kreditkartenschulden bei 18% mit Mindestraten zu tilgen dauert 12+ Jahre und kostet 3.500 €+ Zinsen. Das teuerste Konsumkredit überhaupt.
Hängt von der Bank ab. Die meisten deutschen Tagesgeldkonten (ING, DKB, Comdirect, Consorsbank) verzinsen täglich und schreiben monatlich oder vierteljährlich gut. Festgeld verzinst meist jährlich. Schau ins Preis- und Leistungsverzeichnis — der Effektivzins zählt, nicht der Nominalzins.
Im Depot oder Tagesgeld: ja — auf Zinsen und Dividenden zahlst du jährlich Abgeltungsteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer). In Riester, Rürup und der betrieblichen Altersvorsorge wird die Besteuerung bis zur Auszahlung aufgeschoben, was deutlich mehr Zinseszins ermöglicht.
Fast immer der höhere Zinssatz. 5% jährlich (5,000% effektiv) schlägt 4,8% täglich (4,917% effektiv). Vergleiche immer Effektivzinsen, nicht Nominalzinsen. Die Verzinsungsperiode zählt weniger, als die meisten denken — der Zinssatz zählt mehr.
Bei einfachen Zinsen erhältst du nur Zinsen auf dein ursprüngliches Kapital. Beim Zinseszins werden die erwirtschafteten Zinsen wieder angelegt und erzeugen selbst Zinsen. Beispiel: 10.000 € bei 5% über 30 Jahre ergeben mit einfachen Zinsen 25.000 € (15.000 € Zinsen), mit Zinseszins (monatlich) aber 43.219 € (33.219 € Zinsen). Der Unterschied wird mit den Jahren immer größer.
Tagesgeld: 2-3,5% (Stand 2026). Festgeld (1-5 Jahre): 2,5-4%. Bundesanleihen: 2-3%. ETF auf MSCI World oder S&P 500 (historischer Durchschnitt): 6-8% nominal. Riester-Rente: 1-3%. Aktiensparpläne: 5-8%. Sei realistisch — keine 15% reinschreiben und hoffen.
K = K₀ × (1 + p/n)^(n × t). K₀ = Anfangskapital, p = Jahreszinssatz als Dezimalzahl (0,05 für 5%), n = Verzinsung pro Jahr (12 für monatlich), t = Laufzeit in Jahren. Bei monatlicher Sparrate kommt der Endwert der Rente noch dazu.
Bei 0 € Startkapital und 200 €/Monat monatlich verzinst zu 7% über 25 Jahre kommst du auf etwa 162.000 €. Du hast 60.000 € eingezahlt (200 € × 12 × 25) und 102.000 € Zinsen verdient. Daher der Rat: früh anfangen und durchhalten — selbst kleine Raten wachsen massiv.
Die 72er-Regel: teile 72 durch den Zinssatz. Bei 6% verdoppelt sich dein Geld in 12 Jahren, bei 8% in 9 Jahren, bei 4% in 18 Jahren. Das ist eine Faustformel — der Rechner oben gibt dir das exakte Ergebnis.
Nein, er zeigt die nominale Rendite (die Euros, die du tatsächlich hast). Für die reale Rendite zieh die Inflation ab (~2-3% historisch in Deutschland). Aus 7% nominal werden so ~4-5% real. Dein zukünftiges Kapital hat weniger Kaufkraft als heute.
Sehr viel. 200 €/Monat von 25 bis 65 bei 7% = 525.000 €. Mit 35 anfangen bei gleichen 200 €/Monat = 245.000 € (weniger als die Hälfte). Diese 10 Jahre mehr Zinseszinszeit verdoppeln dein Endkapital — und du hast nur 24.000 € mehr eingezahlt.
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Formeln verifiziert nach Publikationen der Bundesbank und BaFin. Historische Renditedaten zitieren Bundesbank, MSCI und Deutsche Börse bis Q4 2025. Steuerliche Regeln gemäß EStG (Einkommensteuergesetz) §20 (Kapitalerträge). Alle Währungsberechnungen verwenden Intl.NumberFormat mit deutscher Lokalisierung.